Kreuzritter für das Abendland?

Anmerkungen zur Ideologie der **GIDA-Bewegung

17. März 2015, 19.00 Uhr Kulturzentrum Schlachthof, Kemal Altun Platz

Wo, bitte, geht’s zum Abendland? Finden wir seine Ursprünge 732 mit der Schlacht bei Poitiers, wo Charles Martel vordringende Mauren schlug? Finden wir es bei konservativ-katholischen Reichsideologen der Nachkriegszeit, die ein christliches Europa als Bollwerk gegen den Bolschewismus schaffen wollten? Fest steht: es handelt sich um einen politischen Kampfbegriff, der zur Unterscheidung zwischen Freund und Feind dienen soll. Bezugspunkt ist immer wieder das Abendland der Kreuzzüge. Und auf einem solchen Kreuzzug wähnen sich heute die modernen Kreuzritter der **GIDA-Bewegung. Wo aber der Hooligan zum Kreuzritter der Gegenwart wird, sind Männerbündelei und Machismo nicht weit. Folgerichtig dann die Forderung nach der Bekämpfung des gender mainstreaming im 19-Punkte-Programm der Dresdener PEGIDA. Und ebenso folgerichtig der Appell an einer Zusammenarbeit mit Russland. Steht nicht an dessen Spitze mit Wladimir Putin eine starker, autoritär regierender Mann, der der Entmännlichung der Gesellschaft durch Homosexualität den Kampf angesagt hat? Der nicht zuletzt in Tschetschenien gezeigt hat, dass es ihm ernst ist mit dem Kreuzzug gegen den Islamismus? Der das östlichste Bollwerk des Abendlandes gegen den vordringenden Orient hält?

Volkmar Wölk, Publizist aus dem sächsischen Grimma, hat die Entwicklung der **GIDA-Bewegung in Dresden und Leipzig verfolgt. Sein Vortrag stellt die Ideologie dieser reaktionären Revolte in den Kontext der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und beleuchtet das Wechselspiel zwischen außerparlamentarischer Bewegung und ihrem parlamentarischen Arm, der AfD.

Kooperationspartner*innen: Schlachthof Kassel e.V., Autonomes Schwulen Trans*Queer Referat Uni Kassel, Rosa Luxemburg Stiftung (angefragt), MBT Hessen

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